Im Rahmen des diesjährigen Wirtschaftsethik- Projekts begaben sich am 16. April 2026 48 Schüler und Schülerinnen der FOS12 Klassen nach Legau zur Firma Rapunzel. Nach Behandlung der Themen Nachhaltigkeit und Ethik in den Fächern Ethik, Religion, BWR und Biologie hatten die Schüler und Schülerinnen so die Möglichkeit, zu erkunden, ob und wie es eine Firma schafft, nachhaltige Nahrungsmittel herzustellen, nach ethischen Kriterien zu wirtschaften und dabei wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
In zwei Gruppen wurden wir über das Außengelände mit einem durchdachten Spielplatz für Kinder (nicht nur für sie, dachten sich einige der Schüler…), einem Tropenhaus und durch das Besucherzentrum geführt. Wir erfuhren über dessen Architektur, im Gebäude über die hauseigene Bäckerei, die Kaffeerösterei, deren Duft das ganze Haus erfüllte. Nach und nach wurde deutlich, wie die Gründung von Joseph Wilhelm und Jennifer Vermeulen, die zusammen mit Mitarbeitenden und Familienangehörigen aus winzigen Anfängen, die ursprünglich so mancher belächelt haben mag, einen riesigen Betrieb entstehen ließen, mit vielen Vertragspartnern in der ganzen Welt. Durch permanenten Austausch in der Familie und mit der Belegschaft wird er ständig weiterentwickelt, inzwischen von der nächsten Generation, die der Firma nun ihr Gepräge gibt.
Es wird nicht nur über Produktion und Vermarktung fairer und biologischer Nahrung nachgedacht, sondern auch über ein anderes Miteinander. Dies zeigt sich an dem täglichen Mitarbeiterfrühstück, das nicht nur einen guten Start in den Tag ermöglicht, sondern auch das Betriebsklima fördert. Für die Jugendlichen in Legau findet immer wieder die sehr gut besuchte „Müslidisco“ statt.
Highlight unserer Exkursion war, wie immer die Verkostung, bei der man sich davon überzeugen konnte, dass fair und biologisch produzierte Nahrung schmeckt. Es standen z.B. unterschiedliche süße oder salzige vegetarische Aufstriche zu frisch gebackenem und aufgeschnittenem Brot zur Verfügung.
Nach so vielen Informationen wurde von niemandem mehr das Museum besucht, in der noch einiges über die Klimarelevanz verschiedener Ernährungsweisen zu erfahren gewesen wäre. Die verbliebene Zeit wurde im Restaurant und im Bio-Laden genutzt, um sich weiter zu stärken oder das eben Probierte für zuhause zu erstehen.
Insgesamt war die Exkursion eine Erfahrung, die Mut machen konnte, als alternativlos dargestellte Wirtschaftsweisen, die weder nachhaltig noch fair sind, zu hinterfragen und neu zu bewerten.
M. Ballestrem