Im Schuljahr 2025/26 wurde das Basismodul „Umwelttechnik“ erstmals angeboten – mit 15 begeisterten SchülerInnen aus den 9. Klassen und den Lehrern Herr Holzheu und Herr Muth im „Team-Teaching“.
Zu Beginn des Schuljahres stand das Thema Energie und Strom auf dem Lehrplan. Nach ein paar Stunden Theorie ging es an die Praxis: Die SchülerInnen hatten den Auftrag, funktionstüchtige Modelle herzustellen, die mit Solarenergie betrieben werden. Für die Stromerzeugung standen kleine PV-Module zur Verfügung, damit sollten entweder Motoren oder Pumpen betrieben werden. Verpflichtend war der Einbau eines Schalters, optional der „Not-Betrieb“ mit Batterie oder Akku.
Nach einer Planungs- und Bestellphase (welche Bauteile und in welcher Anzahl, welcher Schaltplan, …) ging es an die Arbeit: Aus Holz, Styropor und Spachtelmasse wurden die Modelle gebaut, mit Leim, Heißkleber und Schrauben fixiert, mit Acrylfarben wurden sie künstlerisch bemalt. Die Module mussten – in Reihen- oder Parallelschaltung – verlötet und befestigt werden, und ein „versteckter“ Stromkreis zu den Verbrauchern hergestellt werden. Eine Reservebatterie mit Stromanbindung wurde meist ebenfalls versteckt eingebaut. Insgesamt waren viele Arbeitsschritte und der Umgang mit verschiedenen Werkzeugen erforderlich: Stichsäge, Lötkolben, Heißkleber, Akkubohrer, Schraubzwingen, Abisolierzangen, Strommessgerät und viele mehr.
Als die Modelle fertig waren, herrschte trübes Winterwetter, und sie wurden vorerst eingelagert. An einem wolkenlosen Frühlingstag im März packten wir die Modelle aus und gingen in den Ostpark, um sie auszuprobieren – mit Erfolg!
Alle Fahrzeuge fuhren selbständig (ein Panzer und zwei Autos bzw. Rennwägen), alle „Boote“ schwammen über den See (ein Schaufelrad“dampfer“ und ein Floß), und alle Wasserpumpen lieferten Wasser für den jeweiligen Bedarf (eine automatische Bewässerungsanlage und eine Landschaft mit Bachlauf). Die SchülerInnen waren sichtlich begeistert von ihren eigenen Werken, und viel Spaß kam auf als der Schaufelraddampfer im Schilfgürtel hängen blieb und nur mit Körpereinsatz und nassen Hosen geborgen werden konnte.
Auch wenn dieses Projekt der Höhepunkt im Modul Umwelttechnik blieb, so waren auch die weiteren Themen nicht langweilig: zum Thema Stromerzeugung stand noch ein Besuch des Wasserkraftwerkes der Stadtwerke Bad Wörishofen auf dem Plan. Zum Thema Wärme führte uns der Hausmeister Herr Briechle durch den Heizungs- und Technikraum des Schulzentrums, und die SchülerInnen berechneten den Wärmeverbrauch pro Quadratmeter – dazu mussten erstmals alle Gebäude mit Laser-Messgeräten und Meterstäben vermessen und alle Grundflächen berechnet werden. Zum Thema Wärmedämmung mussten die SchülerInnen eigene Isolierboxen bauen, und eine Temperaturmessung ergab wer die beste Dämmung erzielt hatte. Und zum Thema Müll und Recycling wurden nach einem Besuch des Wertstoffhofs und einer Führung mit einer Abfallberaterin des Landratsamtes Stationen zu einzelnen Wertstoffbereichen entwickelt, die auf dem Schulaktionstag vor den Sommerferien von den anderen Klassen durchlaufen werden sollen.
Von Martin Muth